Interview mit Andreas Probst vom 2. Dezember 2009

Über seine bisherige Zeit beim USV, die aktuelle Situation des Vereins und dem Tächtelmächtel mit dem VfL 06 Saalfeld sprach der Mittelfeldspieler mit seinem Mitspieler Florian Melle. 

Hallo Andreas! Du spielst bereits seit 2003 beim USV. Damals kamst du von den A-Junioren des VfL 06 Saalfeld. Wie bist du in deinem 1. Jahr in der Mannschaft zurecht gekommen?

Andreas:„Mit meinem 1.Männerjahr kann ich rückblickend nicht zufrieden sein. Zwar schoss ich gleich in meinem ersten Spiel gegen Goßwitz 2 Tore, aber danach kam ich während der Saison über eine Reservisten- Rolle unter Trainer J.Vorsatz nicht hinaus.
Problematisch war damals, dass ich und viele andere auch, noch gleichzeitig in der A-Jugend spielte. Das waren manchmal 3 Spiele an einem Wochenende. Hinzu kam noch, dass wir in dieser Saison echt schlechten Fußball spielten und erst gegen Ende der Saison den Klassenerhalt perfekt machten.“ 
 

Nach der besagten schwachen Saison 2003/04 konntet ihr in der darauffolgenden Saison lange um den Aufstieg mitspielen und am Ende einen ordentlichen 4.Platz belegen. Die Jahre darauf ging es dann wieder bergab. In dem Spieljahr 2007/08 musstet ihr dann wieder lange um den Klassenerhalt zittern. In diesem Jahr spielen wir nun wieder oben mit.Was konntest du in deiner Zeit beim USV mit all den Höhen und Tiefen mitnehmen?

Andreas:„Also ich muss sagen, dass das Mannschaftsklima eigentlich die meiste Zeit voll in Ordnung war. Zwischenzeitlich war eine sehr geringe Trainingsbeteiligung unser Problem. Dies hat sich aber nun unter dem Gespann Wurzbacher/Eichhorn zumindest beim Freitag-Training geändert. Auch die Form des Trainings und die Qualität unserer Übungseinheiten haben sich verbessert.“  

Das aktuelle Trainergespann legt viel Wert auf Spielkultur und eine ansehnliche Spielweise. Denkst du, dass man die Vorgaben der Trainer in den bisherigen Spielen der laufenden Saison bereits umsetzen konnte?

Andreas:„Das ist meiner Meinung nach ganz schwer zu sagen. Also im Training ist es auf jeden Fall schon umgesetzt worden. In den Spielen lässt unsere Spielkultur noch oft zu wünschen übrig. Grund dafür sind wohl der kleine Platz und das zur Zeit fehlende Selbstvertrauen. Zudem sind unsere Spiele oft sehr eng umstritten, sodass man wohl eher auf Sicherheit spielen muss, um die nötigen Punkte einzufahren. Aber sicher waren schon Spiele da, in denen wir spielerisch überzeugen konnten. Man nehme nur das Heimspiel gegen Unterweißbach oder auch das gewonnene Pokalspiel in Fischersdorf. Beide Spiele haben wir meiner Meinung nach klar bestimmt und hochverdient gewonnen.“  

Mit deiner offensiven Spielweise kannst du die Zuschauer oft begeistern. Jedoch wirst gerade du auch sehr schnell kritisiert, wenn es bei dir und der Mannschaft mal nicht so gut läuft. Siehst bzw. fühlst du dich bei Misserfolgen als Sündenbock? 

Andreas:„Ja, manchmal schon etwas. Es ist halt einfach so, dass es diese Saison bei mir persönlich ganz und gar nicht optimal läuft. Dafür gibt es viele Gründe. Meine Verletzung gleich zu Saisonbeginn, die VfL- Geschichte und auch meine nicht ganz so vorbildliche Einstellung. Mir war zwar klar, dass es nicht noch einmal so gut laufen wird wie 2008/2009, aber etwas mehr hätte ich mir schon erhofft. Zumal durch die guten Neuverpflichtungen auch nicht mehr ganz so viel Druck auf meinen Schultern lasten sollte...da ja nun auch andere Spieler für viele Tore gut sind. Auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen an meinem Defensivverhalten zu arbeiten, sodass es nicht mehr zu solchen Aussetzern kommt wie z.B. gegen Kaulsdorf daheim und in Schwarza. Und ich finde, es ist zumindest ein leichter Aufwärtstrend erkennbar, ich will ja dem Huschel hinter mir auch mal ein paar ruhige Spiele auf der linken Seite gönnen. Aber trotzdem fällt es mir schwer.“  

Da du gerade die Geschichte mit dem VfL 06 Saalfeld erwähnst. Wie beurteilst du dieses Thema aus heutiger Sicht? Bist du froh, beim USV geblieben zu sein oder ärgerst du dich im Nachhinein, die Herausforderung nicht angenommen zu haben?

Andreas: „Da ist mein Gefühl immer anders. Einerseits wäre es schon eine sehr große Sache gewesen, wenn der Wechsel geklappt hätte. Aber ich bin nicht der Meinung, dass ich mich hätte durchsetzen können. Denn im Training damals bekam ich schon zu spüren wie groß der Unterscheid zum USV ist. Das ist halt alles ziemlich blöd gelaufen, aber die VfL- Verantwortlichen wollten mich damals unbedingt, und das haben sie auch versucht mir klarzumachen. Damals wie heute bleibt es aber dabei, dass ich den Traum habe, einmal mit dem USV eine Aufstiegsfeier zu machen...und das nicht ohne Grund. Das habe ich auch schon im Sommer immer erwähnt. Es ist und bleibt einfach ein gutes und besonderes Gefühl, für den USV ein Tor zu erzielen. Das habe ich schon im ersten Spiel nach dem Wechseltheater gespürt, als ich meine Mannschaft kurz vor Schluss nach tollem Zoch- Zuspiel wieder in Führung schoss.“  

Mit diesem Tor hast du uns damals in die 2.Runde des Kreispokals geschossen. Nun steht man bereits im Viertelfinale und trifft am kommenden Sonntag auf den Kreisligisten SG Teichel II. Wie stehen deiner Meinung die Chancen, dass wir den USV auch im Halbfinale wiedersehen? 

Andreas:„Viele sagen ja, dass wir auf unserem kleinen Platz jeden Gegner schlagen können.  Aber man muss Bedenken, dass der Platz in Teichel auch nicht groß ist und somit dieser Vorteil wegfällt. Die Teicheler müssen auf jeden Fall von Beginn an merken, wer auf diesem Platz zuhause ist. Nämlich der USV. Wir müssen unbedingt versuchen, möglichst lange die 0 zu halten und die Zweikämpfe annehmen. Dann haben wir durchaus gute Chancen. Vorne sind wir eh immer für ein Tor gut. Ich persönlich hätte mir übrigens Gräfenthal oder Lehesten als Gegner gewünscht, aber die Auslosung kann man nicht ändern. So kommt nun eine für uns unbekannte Truppe. Aber Wunni und Göbi werden uns schon noch die Stärken und Schwächen des Gegners verraten.“   

In der Liga steht der USV derzeit auf Platz 4 mit Ambitionen auf Platz 2 und 3.Die 35 geschossenen Tore sind im Ligavergleich sehr gut. Jedoch hat man mit 34 Gegentreffern auch die zweitmeisten Tore kassiert. Sollte man in Zukunft versuchen, defensiver zu spielen, um auch mal die 0 hinten zu halten? Oder sollte man weiter auf die starke Offensive setzen? 

Andreas:„Wir sollten weiter auf unsere Stärken setzen. Lieber weiter wie so oft 4:3 als ein 1:0. Aber das werden jetzt die Trainer  bestimmt nicht so gern hören. Wir sollten bloß versuchen, als Mannschaft insgesamt besser zu verteidigen und die so genannten leichtfertigen Fehler, die oft zu Gegentreffern führen, auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu möchte ich auch sagen, dass Torhüter Bauer eine gute Saison spielt und nur an wenigen Gegentreffern schuld war.“  

Letzte Frage: Wo siehst du den USV in 2 Jahren? 

Andreas:„Im Idealfall natürlich in der Kreisliga. Aber wir müssen abwarten wie sich die doch relativ junge Mannschaft entwickelt. Spannend wird auch, ob die Mannschaft von Topmanger Richter weiter verstärkt werden kann und ob es mal wieder ein Jugendspieler hier probiert.“  

Beschreibe den USV in 3 Stichpunkten!

  • Heimatverein
  • Heiko Richter
  • Hinterlaufen

 Ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir ein gutes und erfolgreiches Spiel am Sonntag.   FM


Andreas im Jubel mit Kollege Wunder

 

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